Luttach, Bozen — Einen Tag nach dem schweren Alko-Unfall im Südtiroler Luttach ist ein siebtes Opfer verstorben. Die junge Frau erlag am Montagabend in der Innsbrucker Klinik ihren Verletzungen. Ein weiterer von insgesamt zehn Verletzten kämpft noch ums Überleben. Ein weiterer Patient, der in Innsbruck behandelt wird, befinde sich auf dem Weg der Besserung, hieß es.

Indes hat sich der Südtiroler Unfallfahrer, der am Sonntag in eine Gruppe deutscher Skiurlauber gerast war, zu dem tödlichen Unglück geäußert. Gegenüber seinem Anwalt machte er Reue deutlich. Alessandro Tonon sagte am Montag, der 27-Jährige sei sich bewusst, dass er vor der Fahrt getrunken habe. Aber als er den Wert von fast zwei Promille erfahren habe, sei er verwundert gewesen: Er habe sich nicht für so stark alkoholisiert gehalten. Alessandro Tonon ist nach eigenen Angaben Pflichtverteidiger des Mannes. Er hatte zuvor schon mit anderen Medien gesprochen.

Sein Mandant habe ihm gesagt, er sei alleine im Unfallwagen gewesen. Er und seine Freundin hätten sich getrennt. Das habe aber mit dem Unfall im Wintersportort Luttach nichts zu tun, betonte der Jurist. Der Unfallfahrer sitzt seit Montag im Gefängnis in Bozen. Er habe ihm ungefähr gesagt: „Es wäre besser gewesen, ich wäre gestorben anstelle der anderen Menschen.“

Am Sonntagabend hatte die Staatsanwaltschaft in Bozen mitgeteilt: „Aufgrund der gesamten Unfalldynamik ist von einer erheblichen Übertretung der Geschwindigkeitsbegrenzung auszugehen. Es wird ein Gutachten zur genauen Feststellung der Geschwindigkeit in Erwägung gezogen.“ An der Unglücksstelle sind 50 Kilometer pro Stunde erlaubt.

Die Polizei in Bozen machte am Montagvormittag keine neuen Angaben zum Zustand der Verletzten. Der 27-Jährige war kurz nach dem Unfall festgenommen und ins Hospital gebracht worden. Nach Medienberichten bestand womöglich auch Suizidgefahr.

Weiterführender Bericht:
Auto raste in Reisegruppe: Sechs Tote, elf Verletzte – Luttach (Südtirol/Italien)

Text: tt.com